Aktuelles
Gentechnik-Unternehmen Bioceres in Konkurs
Ein argentinisches Gericht hat Anfang März den Konkurs der Aktiengesellschaft Bioceres SA eröffnet. Der Beschluss liegt dem Infodienst Gentechnik vor. Bioceres SA ist die Mutter des börsennotierten Gentechnikunternehmens Bioceres Crop Solutions. Schuld an der Misere seien neben seinem gescheiterten, angeblich trockenheitstoleranten Gentech-Weizen HB4 Streitigkeiten zwischen den Eigentümern, schrieb die argentinische Zeitung La Nacion.
Forschungsprojekt Pilton: War da was?
2020 hatten deutsche Pflanzenzüchter mit viel Tamtam das Forschungprojekt Pilton vorgestellt. Sie wollten mit neuen gentechnischen Verfahren einen Winterweizen züchten, der auf Dauer mehreren Pilzkrankheiten gleichzeitig widerstehen kann. 2024 wurde das Projekt still beendet; bis heute wurde kein Abschlussbericht veröffentlicht. Der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter antwortete auf Nachfragen dazu nicht. Der Gentechnikkonzern KWS dagegen kann sich Feldversuche in Deutschland vorstellen.
Regelung für gentechnisch veränderte Mikroorganismen im Europaparlament
Die EU-Kommission will die Freisetzung gentechnisch veränderter Mikroorganismen in die Umwelt erleichtern. Am 24. März hat sie ihren Regelungsvorschlag den Ausschüssen für Umwelt und Gesundheit des Europäischen Parlaments vorgestellt. Es gab Zustimmung von liberalen, konservativen und rechten Parteien, während Vertreter:innen von Grünen und Linken den Vorschag stark kritisierten. Sie können sich dabei auf Stellungnahmen des Bundesamt für Naturschutz und von Testbiotech stützen.
Großbritannien: Regierung treibt neue Gentechnik voran
Die britische Regierung will ihr Land zu einem Zentrum für neue gentechnische Verfahren in der Land- und Lebensmittelwirtschaft (NGT) ausbauen. Dafür investiert sie viele Millionen Euro in anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung. Die Zahl der Feldversuche steigt und eine NGT-Gerste ist als erste Pflanze nach der neuen Gesetzgebung für die Vermarktung als Viehfutter in England zugelassen worden. Doch noch steht eine Gerichtsentscheidung an.
Neue Gentechnik: Länder wollen weniger Patente
Die Landwirtschaftsminister:innen der Bundesländer haben bei ihrer Konferenz vergangene Woche dafür votiert, die Biopatentrichtlinie der EU zu korrigieren. Sie soll künftig die Patentierung von Saatgut und Pflanzen beschränken, die mit neuen gentechnischen Verfahren (NGT) hergestellt wurden. Europaabgeordnete verschiedener Fraktionen wollen bei der zweiten Lesung zur geplanten NGT-Verordnung voraussichtlich im Mai einen entsprechenden Änderungsantrag ins Europäische Parlament einbringen.