Aktuelles
Lila Gentechnik-Tomaten illegal in der EU angebaut
Die Behörden in Lettland haben Samen der gentechnisch veränderten lila Tomate des US-Unternehmens Norfolk Healthy Produce beschlagnahmt. Sie waren auf einer Gartenmesse verkauft worden. Solche Fälle kommen häufiger vor, da das US-Unternehmen seine Tomaten gezielt an Hobbygärtner vermarktet. Damit steigt das Risiko, dass konventionelle Tomaten in Privatgärten oder kleinen Gärtnereien gentechnisch verunreinigt werden.
Gutachten: Koexistenz mit Gentechnik-Pflanzen weiter national regelbar
Die Berliner Anwaltskanzlei GGSC hat für den Verband Lebensmittel ohne Gentechnik ein Rechtsgutachten erstellt. Darin kommt sie zu dem Schluss, dass der Anbau von Pflanzen, die mit neuen gentechnischen Verfahren (NGT) hergestellt wurden, neben konventionell gezüchteten Exemplaren auch nach Inkrafttreten der neuen NGT-Verordnung weiter national geregelt werden kann. Das Bundeslandwirtschaftsministerium widerspricht, ohne auf die rechtliche Argumentation genauer einzugehen.
Philippinen bestätigen Biosicherheit von Eisen-Zink-Reis
Die philippinische Regierung hat für eine neue Reislinie die Biosicherheitserlaubnis zur kommerziellen Verbreitung erteilt. Der Reis wurde mit klassischer Gentechnik so verändert, dass seine Körner mehr Eisen und Zink enthalten. Die philippinische Bauernorganisation Masipag kritisierte die Erlaubnis. Sie verwies dabei auf ein Gerichtsurteil, das die Behörden vor zwei Jahren massiv dafür kritisiert hatte, dass sie die Risiken von Gentechnikpflanzen unzureichend bewerten.
Landen neue Gentechnikregeln vor Gericht?
Die vergangene Woche in Kraft getretene europäische Verordnung für Pflanzen aus neuen gentechnischen Verfahren (NGT) wird höchstwahrscheinlich vor Gericht landen. Die Regierung der Slowakei prüft aktuell ebenso wie verschiedene europäische Organisationen eine Nichtigkeitsklage beim Gerichtshof der Europäischen Union. Rechtsexpert:innen gehen davon aus, dass sie gute Chancen haben, die Verordnung erfolgreich anzufechten. Doch es gibt auch noch andere juristische Möglichkeiten.
Mexiko: wilde Baumwolle gentechnisch verunreinigt
Die in Mexiko wild wachsende Baumwolle ist zu großen Teilen mit dem Erbgut gentechnisch veränderter Baumwolle verunreinigt. Das zeigten Untersuchungen mexikanischer Wissenschaftler:innen, die im Juni auf dem Portal sciencedirect.com veröffentlicht wurden. Die Forschenden konnten auch nachweisen, dass sich die Verunreinigung auf das gesamte Ökosystem auswirkt. Solche Langzeitfolgen müssten einbezogen werden, wenn das Risiko von Gentechnik-Pflanzen bewertet wird, schlossen sie daraus.