Aktuelles
Deutsches Bündnis klagt gegen EU-Gentechnik-Verordnung
Acht deutsche Unternehmen und vier Verbände aus der Land- und Lebensmittelwirtschaft klagen beim Europäischen Gericht gegen die im Juni verabschiedete europäische Verordnung über neue gentechnische Verfahren (NGT) bei Pflanzen. Sie sehen ihre wirtschaftliche Zukunft gefährdet, wenn künftig NGT-Pflanzen auf den Markt kommen, die nicht gekennzeichnet werden müssen und die ohne Schutz für die gentechnikfreie Lebens- und Futtermittelerzeugung angebaut werden dürfen. Klagegegner sind Europäisches Parlament und EU-Kommission.
Trumps Darling: Steht Gentech-Kastanie bald im Wald?
US-Präsident Trump hatte bereits ein Zeichen gesetzt: Seit April wachsen zwei gentechnisch veränderte Esskastanien namens „Darling 54“ im President’s Park am Weißen Haus. Ende August erlaubte das US-Agrarministerium, diese Kastaniensorte ohne Auflagen in freier Natur zu pflanzen. Nun muss noch die US-Umweltbehörde EPA zustimmen. Selbst engagierte Retter:innen des bedrohten traditionellen US-Baums üben Kritik.
Forschung zu Folgen neuer Gentechnik parteiisch?
Wie lässt sich technologischer Fortschritt mit Vorsorge, Umwelt- und Verbraucherschutz, Wahlfreiheit und fairem Zugang zu Saatgut verbinden? Das Bundesforschungsministerium fördert ein dreijähriges Verbundprojekt, das Wege dazu aufzeigen soll, mit gut einer Million Euro. Im Zentrum steht der Einsatz neuer genomischer Techniken (NGT) in der Landwirtschaft. Ein NGT-kritischer Vertreter fehlt bei den Verbundpartnern. Zur Vergabe der Forschungsgelder hält sich das Ministerium bedeckt.
Auch Slowakei klagt gegen EU-Gentechnik-Regeln
Die Slowakei hat vorgestern beim Europäischen Gerichtshof Klage gegen die neue EU-Verordnung für Pflanzen aus neuer Gentechnik eingereicht. Das bestätigte ein Gerichtsprecher heute dem Infodienst Gentechnik. Der slowakische Premierminister Robert Fico hatte zuvor kritisiert, die neuen Technologien seien noch zu wenig erforscht. Er folgte mit der Klage einem Appell aus seiner Zivilgesellschaft mit 300 Unterstützer:innen aus ganz Europa.
Unbekannte Pilzproteine in Milchersatz gefunden
Ein in den USA vertriebenes Milchersatzprodukt enthält Milcheiweiß, das von gentechnisch veränderten Pilzen erzeugt wurde. Forschende wiesen in dem Produkt aber auch 236 Pilzproteine nach, die nicht auf ihre Sicherheit untersucht wurden. Dies zeigt exemplarisch, wie riskant mit Präzisionsfermentation hergestellte Lebensmittelzusätze sein können.