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Was uns mit neuer Gentechnik blüht
Immer öfter manipulieren Forscher:innen die Blüten von Pflanzen mit neuen gentechnischen Verfahren (NGT). Aktuelles Beispiel sind Tomatenblüten, deren Aufbau so geändert wurde, dass sie von Robotern bestäubt werden können. Ein Bericht des Münchner Instituts Testbiotech beschreibt die mit solchen Eingriffen verbundenen Risiken. Diese wachsen noch, wenn solche Pflanzen künftig – wie von der EU geplant – ohne jede Risikoprüfung freigesetzt werden dürfen.
EU-Entwurf: Schutz vor Gentech-Bakterien soll sinken
UPDATE +++ Die EU-Kommission hat im Dezember 2025 einen Gesetzesvorschlag vorgelegt, dass Bakterien, die mit neuen gentechnischen Verfahren (NGT) verändert wurden, vereinfacht und beschleunigt in die Umwelt freigesetzt werden dürfen. Damit würden wesentliche Schutzstandards des geltenden Rechts ausgehebelt. In den USA werden solche Bakterien bereits auf den Äckern versprüht. Der entsprechende Gesetzentwurf für NGT-Pflanzen, der in europäischen Trilogverhandlungen erzielt wurde, wurde heute im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments mit Mehrheit bestätigt.
Aldi verkauft keine Produkte mit neuer Gentechnik
Der aktuelle Supermarkt-Check der Umweltorganisation Greenpeace zeigt, dass der deutsche Lebensmittelhandel bei Produkten aus neuer Gentechnik gespalten ist. Am konsequentesten sprach sich Aldi gegen solche Lebensmittel im Regal aus. Zahlreiche Organisationen machten zur Grünen Woche in Berlin noch einmal deutlich, welche Risiken damit verbunden wären, wenn die meisten Pflanzen aus neuen gentechnischen Verfahren nicht mehr zugelassen und gekennzeichnet werden müssten, wie es EU-Gremien aktuell planen.
US-Urteil: Gentechnikzutaten sind anzugeben
Ein US-Bundesgericht hat das Landwirtschaftsministerium USDA Ende vergangenen Jahres dazu verurteilt, die Kennzeichnung gentechnisch veränderter (gv) Lebensmittel auszuweiten und zu verbessern. Künftig müssen auch hochverarbeitete Produkte wie Öl und Zucker das Gentech-Label tragen, wenn sie mit gv-Zutaten hergestellt wurden. Geklagt hatte neben anderen die Verbraucherorganisation Center for Food Safety, die von einem wegweisenden Sieg sprach.
Mehrheit für Gentechnik-Entwurf unter Mitgliedstaaten
Der im Trilog erzielte Entwurf einer EU-Verordnung über Pflanzen aus neuen gentechnischen Verfahren hat heute im Ausschuss der EU-Mitgliedstaaten die nötige Mehrheit erhalten. Das teilte eine Sprecherin der dänischen Ratspräsidentschaft dem Infodienst Gentechnik mit. Deutschland enthielt sich. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) bezeichnete die Entscheidung gegenüber dem Infodienst als „einen schweren Fehler“.