Aktuelle Beiträge des Informationsdienst Gentechnik
Aldi verkauft keine Produkte mit neuer Gentechnik
Der aktuelle Supermarkt-Check der Umweltorganisation Greenpeace zeigt, dass der deutsche Lebensmittelhandel bei Produkten aus neuer Gentechnik gespalten ist. Am konsequentesten sprach sich Aldi gegen solche Lebensmittel im Regal aus. Zahlreiche Organisationen machten zur Grünen Woche in Berlin noch einmal deutlich, welche Risiken damit verbunden wären, wenn die meisten Pflanzen aus neuen gentechnischen Verfahren nicht mehr zugelassen und gekennzeichnet werden müssten, wie es EU-Gremien aktuell planen.
US-Urteil: Gentechnikzutaten sind anzugeben
Ein US-Bundesgericht hat das Landwirtschaftsministerium USDA Ende vergangenen Jahres dazu verurteilt, die Kennzeichnung gentechnisch veränderter (gv) Lebensmittel auszuweiten und zu verbessern. Künftig müssen auch hochverarbeitete Produkte wie Öl und Zucker das Gentech-Label tragen, wenn sie mit gv-Zutaten hergestellt wurden. Geklagt hatte neben anderen die Verbraucherorganisation Center for Food Safety, die von einem wegweisenden Sieg sprach.
Mehrheit für Gentechnik-Entwurf unter Mitgliedstaaten
Der im Trilog erzielte Entwurf einer EU-Verordnung über Pflanzen aus neuen gentechnischen Verfahren hat heute im Ausschuss der EU-Mitgliedstaaten die nötige Mehrheit erhalten. Das teilte eine Sprecherin der dänischen Ratspräsidentschaft dem Infodienst Gentechnik mit. Deutschland enthielt sich. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) bezeichnete die Entscheidung gegenüber dem Infodienst als „einen schweren Fehler“.
Bundesregierung will EU-Gentechnikentwurf nicht zustimmen
Die Bundesregierung will dem Trilogergebnis zur geplanten EU-Verordnung über Pflanzen aus neuen gentechnischen Verfahren morgen nicht zustimmen. Das sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) gestern den Sendern rtl und ntv. Regierungsvertreter kritisierten, dass mit neuer Gentechnik veränderte Lebensmittel künftig nicht mehr gekennzeichnet werden sollen. Beobachter halten es für möglich, dass unter den EU-Mitgliedstaaten morgen nicht die nötige Mehrheit für den seit 2023 verhandelten Verordnungsentwurf zustande kommt.
Pestizide: automatisch verlängerte Zulassungen rechtswidrig
Die Praxis der EU-Kommission, auslaufende Genehmigungen für Pestizidwirkstoffe regelmäßig ohne erneute Risikoprüfung zu verlängern, verstößt gegen EU-Recht. Das hat das Europäische Gericht (EuG) auf drei Klagen verschiedener Umweltorganisationen im November festgestellt. Eine davon betraf die Zulassung des Herbizidwirkstoffs Glyphosat von Ende 2022 bis Ende 2023. Die Antwort der EU-Kommission: Sie will Pestizide künftig unbefristet genehmigen und damit erneute Risikoprüfungen abschaffen.