Aktuelle Beiträge des Informationsdienst Gentechnik
Mexiko: wilde Baumwolle gentechnisch verunreinigt
Die in Mexiko wild wachsende Baumwolle ist zu großen Teilen mit dem Erbgut gentechnisch veränderter Baumwolle verunreinigt. Das zeigten Untersuchungen mexikanischer Wissenschaftler:innen, die im Juni auf dem Portal sciencedirect.com veröffentlicht wurden. Die Forschenden konnten auch nachweisen, dass sich die Verunreinigung auf das gesamte Ökosystem auswirkt. Solche Langzeitfolgen müssten einbezogen werden, wenn das Risiko von Gentechnik-Pflanzen bewertet wird, schlossen sie daraus.
China: Agro-Gentechnik soll die nationale Sicherheit stärken
Im neuen Fünfjahresplan hat die chinesische Regierung die Landwirtschaft stärker als bisher mit der nationalen Sicherheit verknüpft. Die Betriebe sollen mehr produzieren, damit das Land weniger abhängig von Agrarimporten wird. Dabei setzt die Regierung stark auf eigenes, gentechnisch verändertes Saatgut.
Glyphosatklagen: Bayer siegt vor oberstem US-Gericht
Der krebskranke Amerikaner John Durnell kann sich im Schadenersatzprozess gegen den Chemiekonzern Bayer nicht darauf berufen, dass auf der Packung ihres glyphosathaltigen Spritzmittels Roundup nicht vor dessen Gefahren gewarnt wurde. Das entschied vergangene Woche das höchste US-Gericht, der Supreme Court, in einem Grundsatzurteil. Da die nationale US-Umweltbehörde Roundup für ungefährlich hält, könnten auch einzelne US-Bundesstaaten in ihren Gesetzen keine Warnhinweise verlangen, urteilten die Richter mit sieben zu zwei Stimmen. Bundesrecht gehe vor.
EU-Länder: Gentechnik-Bakterien schneller freisetzen
Bakterien, die Pflanzenreste schneller zersetzen oder den Acker mit Stickstoff düngen: Damit solche gentechnisch veränderten Mikroorganismen schneller und einfacher in die Umwelt freigesetzt werden können, will die Europäische Kommission das Gentechnikrecht ändern. Für ihren Regelungsvorschlag haben die EU-Mitgliedstaaten vergangene Woche Zustimmung aber auch Änderungswünsche signalisiert. Deutschland hat sich enthalten. Nun ist das Europaparlament am Zug.
Kontroverse Reaktionen auf neue Regeln für Gentechnikpflanzen
Die Berichterstatterin der EVP bejubelt einen „historischen Sieg“ für die Landwirtschaft, der grüne Bauer und Europaabgeordnete Martin Häusling trauert über einen „schwarzen Tag“: Die Reaktionen auf die gestrige Entscheidung des Europarlaments, die Sicherheitsregeln für Pflanzen aus neuen gentechnischen Verfahren (NGT) per Verordnung zu schwächen, sind in Politik, Verbänden und Wirtschaft konträr. Die Kritiker kündigen an, ihren Widerstand fortzusetzen und gegen die neue Verordnung vor Gericht zu ziehen.