Zitate

Erich Schwärzler, Landesrat Vbg. Landesregierung„Das Land Vorarlberg ist als Mitglied des ,Netzwerkes der gentechnikfreien Regionen Europas‘ im Anbau gentechnikfrei. Im Interesse einer zukunftsfähigen Landwirtschaft und Allianz von Bauern und Konsumenten unterstützen wir die bodenseeweite Initiative. Sie stärkt die regionale Wertschöpfung und die gesellschaftliche Wertschätzung hochwertiger bäuerlicher Lebensmittel.“

Anmeldung



Vorarlberg – gentechnikfreie Region Drucken E-Mail
Donnerstag, den 17. Februar 2011 um 10:44 Uhr

Ing. Erich Schwärzler für Land- und Forstwirtschaft, Natur-, Umwelt- und Gewässerschutz, Inneres, Sicherheit und Integration, Klimaschutz und Energiefragen

 

Ing. Erich Schwärzler

 

Das Land Vorarlberg sowie die Anrainerländer und -kantone des Bodensees messen der Sicherung der gentechnikfreien Landwirtschaft und dem Schutz des Saatguts eine hohe Bedeutung zu. Deshalb wurde 2008 im neuen Bodenseeleitbild der IBK, der Internationalen Bodenseekonferenz, einstimmig die Sicherung der Biodiversität und der natürlichen Produktionsgrundlagen beschlossen. Die Menschen wollen keine gentechnisch veränderten Lebensmittel. Sie wollen vermehrt gesunde Lebensmittel aus regionaler Herkunft.“

 

Diese Konferenz ist wichtig, weil sie Mut machen kann / Mut macht, damit der Einzelne nicht nur als Einzelkämpfer unterwegs ist, sondern wir brauchen das starke Miteinander, meint der Landesrat. Deshalb ist Vorarlberg Mitglied bei der Initiative gentechnikfreie Bodenseeregion und beim europäischen Netzwerk der gentechnikfreien Regionen.

 

Bei den Menschen ist eine Sehnsucht zu spüren nach Regionalität, nach Überschaubarem. Der Konsument will Lebensmittel mit Gesicht, mit Namen, mit Herkunft. Darin sieht der Agrarlandesrat eine klare Chance. Und das, obwohl man spürt, dass die große Agrarpolitik einen ganz anderen Weg geht. „Mit billigsten Lebensmitteln wird Raubbau betrieben an der Natur, den Tieren, auch an den Menschen.“ Deshalb ist es wichtig aufzuzeigen, dass es einen anderen Weg gibt.

 

In Vorarlberg wurden zwei wichtige Entscheidungen gemeinsam getroffen, so Schwärzler. Das Land ist im Anbau gentechnikfrei, was auch gesetzlich verankert ist und kontrolliert wird. „Die Zukunft der Vorarlberger Landwirtschaft braucht im Anbau keine Gentechnik. Vorarlberg kann bei seiner Kleinheit in der Menge ohnehin nicht mit anderen mithalten, deshalb braucht man hier andere Antworten. Wir brauchen eine Antwort, die Vertrauen schafft in die Produktion, und deshalb gentechnikfrei!“ Auch in der Milchwirtschaft wurde dieses Ziel konsequent umgesetzt. Bei den Bauern, die an Vorarlberger Milchverarbeitungsbetriebe liefern, kommen nur gentechnikfreie Futtermittel zum Einsatz.

 

Weiterhin wichtig erachtet Schwärzler eine klare Produktdeklaration und Positionierung am Markt, auch in Heimen und Krankenhäusern. Entscheidend sind das Vertrauen und die Nachfrage. Da reagiert der Handel am stärksten.

 

In dem Motto „Werte schaffen – Regionen stärken“ liegt eine wichtige Aufgabe für die Zukunft, damit die Menschen in den ländlichen Räumen auch Chancen bekommen. Und die gibt es mit einer nachhaltigen Landwirtschaft. Schwärzler appelliert auch an Selbstverantwortung und Selbstbestimmung. Nur wenn das Selbstbestimmungsrecht der Länder erhalten werde, könne der eingeschlagene Weg fortgesetzt werden. „Dieser länderübergreifenden Zusammenhalt, wen man in die Runde schaut, gibt Mut und Kraft, diesen Weg weiterzugehen.“


>> Interview zum Download als pdf